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Titel: Frauen in der Kunst
Autor: Gislind Nabakowski, 1980
Frauen in der Kunst
Gislind Nabakowski, 1980
1. Drastische Leitmotive.
Brauchen wir die Bilder der Emanzipation oder sollen wir jenen applaudieren,
die diese Bilder verbieten?
2. Die späten Opfer des Naturzustands.
400 Jahre verhinderter Erwerbstätigkeit.
Einige Thesen
3. Das böse Wort vom Ghetto.
Feministische Kunst an der amerikanischen Westküste
4. Das >Womanhouse<.
Scharfe Kritik an der domestizierten Phantasie.
Ein Gruppenenvironment
5. Die nicht unterdrückte Sexualität.
Klitorisbilder, Vaginabilder, Menstruationstopoi
6. Der vorläufige und der eigene Blick.
Die Frau als »ziemlich umfängliches Triebwesen«
7. Und kein Finale
Mein besonderer Dank gilt Ann Anders, Christina v. Braun, Ulrike Rosenbach,
Joanne Seltzer, Ilse Teipelke und Hans Niedermeyer.
Für Nora Pohl und Noula Gemetzi
»[...] Am Ende der Tage war sie krank von den Madonnen-Bildern, die
ihre männlichen Nachkommen auf den Knien halten, die Heiligen, die ihre
blutende Stirn aufstützen, konnte sie nicht mehr sehen, all die Märtyrer,
die ihre verwundeten Köpfe halten, die Engel mit erhobenen Fingern, die
Herzoginnen, die ihre Gewänder raffen, die Herzöge mit ihren Falken
auf der Hand, die Soldaten mit Waffen, Löwen mit Bannern, die Jungfrauen
mit Spiegeln. >Alle Geschichten handeln von Verführung und Tod<, dachte
sie. Dann dachte sie an ihre eigene Situation, und Resignation überkam
sie. Aber sie wußte, sie würde nicht resignieren. Früher oder
später gäbe es eine Konfrontation mit ihm - oder einfach ein Ende.
Seiner Kollektion zweifelhafter Freundschaften würde sie ihren Namen
nicht hinzufügen.«
Yvonne Rainer, in: Film about a woman who..., Kamerafrau Babette Mangolte,
New York 1974
»Künstler sublimieren nicht. Daß sie ihre Begierde weder
befriedigen noch verdrängen, sondern in sozial wünschbare Leistungen,
ihre Gebilde, verwandeln, ist eine psychoanalytische Illusion; übrigens
sind legitime Kunstwerke ohne Ausnahme sozial unerwünscht. Vielmehr zeigen
Künstler heftige, frei flutende und zugleich mit der Realität kollidierende,
neurotisch gezeichnete Instinkte. [...]Ihr Teil ist vielmehr hysterisch outrierte
Hemmungslosigkeit über allen erdenklichen Ängsten; Narzißmus
bis an die paranoische Grenze getrieben. Gegen das Sublimierte haben sie Idiosynkrasien.«
Theodor W. Adorno, Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten
Leben, Frankfurt/Main 1951.