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Transaction

10 / 10 / - 24 / 11 / 2000
Ausstellung / Präsentation

Transaction
Nomeda und Gediminas Urbonas (LT)

Frauen

Transaction
Session
Psychologie
Filmauswahl
Filmliste + Synopsis

Das Projekt Transaction besteht aus einer Kollaboration mehrerer litauischer Frauen aus verschiedenen Bereichen und Institutionen, und basiert auf Gesprächsprotokollen der Teilnehmerinnen. Der Kontakt zwischen Personen und Institutionen wurde mit Hilfe der Psychiaterin Ruta Baciulyte hergestellt. In diesem Projekt, das aus einer kolla-borativen Form der Zusammenarbeit hervorging, wird eine Diskussionsplattform geschaffen, in der die Situation der heutigen litauischen Gesellschaft nach unterschiedlichsten Gesichtspunkten analysiert wird. Die Strukturen, die sich im Laufe dieses Prozesses herausbilden, verschaffen den Frauen die Möglichkeit, ihre Position innerhalb eines gesellschaftlichen Rahmens zu bestimmen, und so eine feministische Position zu formulieren.

Die ersten Vorgespräche fanden mit Dr. Austrine Marija Pavolioniene statt. Sie ist Autorin des Buches ‚Das Drama der Geschlechter’ und Gründerin des Women Studies Center an der Universität Vilnius. Sie schlug die Methode der Transaktionsanalyse vor, die es ermöglichen sollte, Interviews und schriftliche Beiträge zu sammeln, und so eine neue Sicht auf die litauische Gesellschaft von heute zu eröffnen. Individuelle, persönliche Geschichten werden hier erzählt und in Bezug zu verbreiteten Repräsentationsmodellen der Frau in den litauischen Medien gesetzt. Diese Formen der Repräsentation werden von der Autorin kritisch beleuchtet, da sie die Rolle der Frauen zumeist auf traditionelle Formen der Unterordnung reduzieren. Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Kontakte zu anderen Aktivistinnen, die neue inhaltliche Bereiche erschlossen. Gemeinsam mit Pavilionine als 'Navigatorin' wurde innerhalb des Projekts Transaction eine Kartographie, ein Verzeichnis eines sonst unsichtbar bleibenden feministischen Netzwerks erstellt.

Die Richtung des Projekts wurde in den ersten gemeinsamen Gesprächen festgelegt. In diesem Zusammenhang spricht die Filmkritikerin Pipinyte über die ideologischen Hintergründe der zur Diskussion stehenden Filme. Ihr Konzept des 'künstlichen Raums' wird zu einem der Dreh- und Angelpunkte des Diskurses. Eine weitere Teilnehmerin, Dr. Daujotyte, bezieht sich auf die Autorin J. Zemaite, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts New York City besuchte und dort in Berührung mit den damaligen feministischen Theorien kam. Das Projekt basiert auf über 20 Interviews und auf Materialien und Dokumenten aus privaten und öffentlichen Filmarchiven und Videosammlungen.


‹bersetzung: Constanze Ruhm

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